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Italien 2011

Ein Jahr ist schnell vergangen und meine tollen Erinnerungen an Italien 2010 führten mich in meiner ersten Tour des Jahres wieder zurück zum legendären Po.. Eine alte Rechnung war noch offen. Im Jahr zuvor konnten wir einige schöne Karpfen fangen, doch um einen Wels zu überlisten, machte uns ein Wetterumschwung von 15 auf 30 Grad einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Also wollten wir es im diesem Jahr etwas früher am Fluss versuchen. Zusammen mit meinen Kumpel Christian Winterfeld aus Fahrland sollte es gleich Anfang April zum Fluss gehen. Nach einer zwölfstündigen Autofahrt erreichten wir unser Ziel das „Wallerparadies am Po“. Im Camp erwartete uns schon der Camp Betreiber Bertel. Nach freundlicher Begrüßung brachte uns Bertel auf den neuesten Stand, was die momentane Situation am Po betraf. Er erzählte uns, daß in diesem Jahr seine ersten Campbesucher schon einige Waller und Karpfen fangen konnten. . Leider berichtete er uns auch, dass knapp zwei Wochen vor unserer Tour der Wasserstand 4. Meter über normal betrug. HOCHWASSER!!! Das hatte zur Folge, das es die Fische im Delta Stromabwärts getrieben hat. Petrus scheint es auch im diesem Jahr nicht gut mit uns zu meinen. Nach den Erläuterungen ging es sofort runter zum Bootssteg, wo wir in kürzester Zeit unser Tackle ins Boot verstauten. Dann ging es endlich raus zum Fluss. Wir fuhren ca. drei Kilometer flussabwärts wo sich eine Insel befand, von der aus wir im diesem Jahr fischten. Angekommen auf der Insel voller Erwartungen aller Dinge, die während der nächsten Tage auf uns warten, errichteten wir unser Camp. Alle Möglichkeiten um einen Waller zu überlisten standen somit offen- Boje-, UW- Pose oder mit dem Wallerholz vom Boot. Auch das Karpfenangeln sollte nicht im Hintergrund bleiben. Es war mittlerweile 17.00 Uhr als nach Aufbau und Spotsuche, wir es zum ersten Mal mit dem Wallerholz vom Boot versuchten. Weil uns die zwölf (!!!) Stunden auf der Autobahn noch in den Knochen steckten, brachen wir nach zwei Stunden ab und vielen völlig erschöpft in unsere Schlafsäcke. Es ist bereits Mittag am nächsten Tag als wir endlich aus unserem „Koma“ erwachten. Jetzt hatten wir endlich die Zeit uns voll aufs Fischen zu konzentrieren. Den ganzen Tag versuchten wir es mit dem Wallerholz in verschiedenen Tiefen. Wir sahen zwar einige Waller auf dem Echo steigen, doch unseren Köder blieben an diesem Nachmittag noch unberührt.
Was wir dann in der darauf folgenden Nacht erlebten war schon sehr Abenteuerlich. Christian und ich legten am Abend unsere Montagen für die Nacht aus, wir saßen dann noch eins, zwei Stunden zusammen und dann ging es in die Zelte. In der Nacht kam ein Sturm auf und es fing an wie aus Eimern zu schütten.  Kurze Zeit später flog uns mein Shelter um die Ohren. An Schlaf war schon lange nicht mehr zu denken. Wir versuchten noch alles soweit es ging zu sichern, als plötzlich Christian einen Lauf auf seiner rechten Rute bekam. Schnell ging es in die Watstiefeln und ab zur Rute um Kontakt zum Fisch auf zunehmen. Ich kam mit dazu und Christian konnte nach einem schönen Drill den ersten Schuppenkarpfen von 15pf aus dem Fluss landen. Danach schaute ich mal nach meinen Rod Pod was 15 Meter da hinter stand. Mit Erstauen musste ich feststellen, dass es vom Sturm schon umgeweht wurde. Mist!!!                 
Ich wollte es wieder aufstellen, doch keine Chance, der Sturm wurde immer stärker. Das einholen der Ruten war gerade zu unmöglich, also stellte ich die Ruten in einen nahe stehenden Baumstumpf. Ich drehte noch schnell die Baitrunner völlig auf, falls sich bei diesem Sturm doch noch eine Fisch zu den Spots verirrte. Bei anhaltendem Sturm haben wir die ganze Nacht kein Auge mehr zugemacht. In den frühen Morgenstunden legte sich der Sturm, wir waren beide froh, dass es keine weiteren Schäden an unserem Tackle gab. Mit erstaunen musste ich feststellen, nachdem ich meine Ruten einholte, das sich ein kleiner Spiegler von 15pf noch in der Nacht gehakt hatte. Was für eine Nacht!!!! In den nächsten Tagen hatten wir wunderschönes Wetter, Sonnenschein und so um die 24 Grad. Nun sollten die Sternstunden von Christian beginnen. Am dritten Tag zum späten Nachmittag begann seine unglaubliche Serie. Es fing mit einem Schuppi von 22pf an, darauf folgte im zwei bis drei Stunden Takt ein Lauf nach dem anderen. So ging es munter weiter, bis zum Abend des nächsten Tages konnte er auch seinen Ersten 30pf Schuppenkarpfen haken und landen. Petri! Nach fünfzehn Fische, fast 48 Stunden am Stück ohne nenneswerten Schlaf war erstmal Schluss mit fischen. Christian holte seine Ruten raus und wollte endlich mal ein paar Stunden schlafen.Auch ich konnte noch ein paar Fische fangen, doch meine volle Konzentration galt immer noch einen Riesen aus dem Po zu überlisten. Um Christian etwas Ruhe zugönnen schnappte ich mir wie jeden Tag den Köderfisch Eimer und fuhr raus. Draußen wollte ich es noch mal mit dem Wallerholz versuchen.. In den letzten Tagen hatte ich einige Sicheln auf dem Echo, doch die Waller zeigten kein Interesse an meinem Köder. Einen Grund dafür trugen mir andere Angler zu.. Auf dem Speisezettel bevorzugte der Waller gerade die Meeräsche (Italienisch:Schefferli) somit war es schwer, ihn mit einem anderen Köder wie Aal oder Karausche zu begeistern. Natürlich war die Situation mal wieder nicht so, dass ich in Euphorie ausbrechen konnte. Trotzdem versuchte ich es weiter. Nun war ich bereits zwei Stunden auf dem Wasser und driftete nunmehr zum (keine Ahnung wie oft) über eine Kante die von 10 auf 6 Meter ansteigt. Unmittelbar an der Kante erschien plötzlich eine Sichel auf dem Echolot. Waller!!! Schnell fing ich an mit dem Wallerholz eine dreier Serie zuschlagen, um ihn zum Anbiss zu verleiten. Der Waller reagierte auf das Klopfgeräusch und stieg bis auf drei Meter, wo sich einer von zwei Ködern von mir befand. Der andere Köder lag auf sieben Meter. Der Waller reagierte sehr vorsichtig und inspizierte erstmal den Köder auf drei Meter. Biss aber nicht an. Als er gerade wieder abtauchte und ich die Sichel langsam auf dem Echo verlor hörte man nur ein dumpfes Geräusch. Plopp!!! Dem Köder auf sieben Meter konnte er nicht wieder stehen!!! Bevor ich realisierte was geschah, packte ich die Rute und schlug an.  Nach kräftigem Widerstand fing der Waller an zu kreisen und erzeugte mit wütenden Kopfschlägen harte Schläge in der Rute. Das Adrenalin pumpte mir durch den Körper und nach einem aufregenden Drill von ca. zehn Minuten zeigte sich der Wels an der Oberfläche. Weitere fünf Minuten später konnte ich den Wels landen. Meine ersten Gedanken waren. Geil, mein erster Waller aus dem Delta. Der Bann ist gebrochen. Schnell riss ich den Motor an und eilte zu unserer Insel. Angekommen, sprang ich aus dem Boot und freute mich mit Christian zusammen über meinen tollen Fang. Wir haben den Waller gemessen (1.47m) fotografiert und wieder zurück in die Freiheit entlassen.
In den letzten zwei Nächten konnten wir noch einige schönen Karpfen fangen. Christian fing noch in der letzten Nacht seinen schönsten und schwersten Schuppenkarpfen von 32pf. Glückwunsch. Eine einwöchige Italien Tour ging somit zu Ende. Alles in allem konnten wir in sechs Tagen und Nächten 30 Karpfen und 2 Wels fangen. Rundum eine super
Tour!

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